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Die Gaskammer in Hartheim


Letztes Update 10. Juli 2006





Die Gaskammer
Gaskammer
Im Zuge des "Anschlusses" Österreichs an das Deutsche Reich wurde die Anstalt im Sommer 1938 enteignet und Anfang 1939 umgebaut in eine Euthanasie-Anstalt der "Aktion T4", mit Gaskammer und Kremarorium. An der Westseite des Schlosses wurde ein hölzerner Anbau errichtet, in dem die Opfer unbemerkt aus den Bussen ausgeladen werden konnten.
Im Januar 1940 wurden die ersten 95 Behinderten vergast. Die Opfer wurden von vier Fahrern (Franz Mayrhuber, Franz Hödl u.a.) mit zwei großen, grauen Bussen nach Hartheim gebracht, wo die Opfer in einem hölzernen Anbau verschwanden. Nach ihrer Vergasung brach das Personal ("Leichenbrenner": Barbel, Bolender, Mertha, Nohel und Vallasta) die Goldzähne aus den Kiefern der Toten. Nach der Verbrennung der Leichen waren meistens noch Knochenreste in der Asche zu erkennen. Diese wurden schließlich mit einer Knochenmühle zermahlen. Einmal pro Woche verließ ein Lastwagen die Anstalt, um die Asche der Toten in die Flüsse Donau und Traun zu kippen.

Bis August 1941 hatte die Todeszahl 18.269 erreicht. Später, im Laufe der "Sonderbehandlung 14f13", wurden noch einmal ca. 12.000 Menschen getötet. 8000 Insassen der KZs Dachau und Mauthausen / Gusen wurden ebenfalls umgebracht.

Die Bevölkerung in der Nähe Hartheims wurde irgendwann aufmerksam auf die seltsamen Vorgänge im Schloss. Immer nach Ankunft eines der grauen Busse war eine dunkle Rauchwolke aus einem nicht einsehbaren Schornstein zu sehen. An Tagen mit niedrig hängenden Wolken breitete sich Rauch über der Stadt aus. Er roch nach verbranntem Fleisch und Haaren, so dass die Einwohner darunter zu leiden begannen. Die Tatsache, dass so viele Menschen in das Schloss gebracht wurden aber niemand es verließ, beflügelte diverse Gerüchte. Um die Bevölkerung zu beruhigen, arrangierte die T4 Informationsveranstaltungen. Darin wurde der Bevölkerung weisgemacht, dass Altöl verbrannt worden ist. Die Bevölkerung erhielt eine Warnung, Beobachtungen nicht weiter zu verbreiten.
Von Dezember 1944 bis Januar 1945 wurden Insassen des KZ Mauthausen gezwungen, die Vergasungseinrichtungen abzubauen. Fast alle Dokumente wurden verbrannt.

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